Königreich Arktis

October 31, 2007

Die Tiere in der Arktis sind bedroht. Das Eis schmilzt. Ihr Lebensraum. Mehr als 15 Jahre beobachteten die Filmemacher Adam Ravetch und Sarah Robertson das Leben einer Eisbaeren- und einer Walrossgruppe.
Die Kamera begleitet die Tiere bei ihrem taeglichen Leben. Bei der Jagd, bei der Suche nach Futter. Die Muttertiere beim Schuetzen ihrer Kleinen vor gefaehrlichen Tieren. Und sie zeigt vor allem, was die Abschmelzung des Eises in der Arktis fuer schlimme Folgen hat.
Keine Frage: “Koenigreich Arktis” ist ein hochinteressanter Film, bietet er doch auszerordentlich spannende Einblicke in das Leben (und Sterben) der Tiere.
Unklar ist, warum die deutsche Version ein Film “von Kindern fuer Kinder” sein musste. Waehrend im Original Queen Latifah die Sprecherin ist, sind es hier drei 11- bis 15-Jaehrige. Der Film ist zu gut, um ihn nur fuer Kinder zu promoten, ihn kindgerecht zu machen. Das setzt ihn leider ein wenig herab. Und am Ende noch mal mit dem Holzhammer auf die Umweltproblematik hinzuweisen, war nach diesen Bildern vollkommen ueberfluessig.

7/10


KünstlicheIntelligenzNachKerr

October 4, 2007

Der zweite Engel von Philip Kerr
Inhalt:
Ein toedliches, sich global verbreitendes Virus hat die Menschheit in zwei Gruppen gespalten. Infizierte, die mit stark verkuerzter Lebensdauer in heruntergekommenen Vorstadtghettos ein von Gewalt und Willkuer gepraegtes Leben fristen, und Nichtinfizierte, mit Privilegien ausgestattet und von den Aussaetzigen weitestgehend isoliert in Luxus schwelgend. Da mit Hilfe eines Blutaustausches Infizierte geheilt werden koennten, ist die einzig wirklich zaehlende Waehrung Blut. Daran haben jedoch die elitaeren Bonzen kein Interesse und horten stattdessen ihr selbst gespendetes oder auch zusaetzlich erworbenes Blut in gigantischen Depots.
Dallas, ein Computer- und Sicherheitsexperte, entwickelt komplexe und trickreiche Verteidigungsanlagen, um diese Blutbanken zu schuetzen. Als klar wird, dass seine Tochter an einer schweren genetischen Erbkrankheit leidet, die nur mit kontinuierlichen Bluttransfusionen gemildert werden kann, erklaert ihn sein Arbeitgeber zum Sicherheitsrisiko. Er wuerde fuer die Behandlung seiner Tochter mit der Zeit mehr Blut konsumieren als er sich leisten kann. Die Firma setzt den Killer Rimmer auf ihn an. In einer gnadenlosen Jagd gelingt es Dallas zunaechst zu entkommen, doch Rimmer toetet seine Familie. Dallas schwoert Rache und schmiedet einen Plan, die groeszte Blutbank auf dem Mond auszurauben. Dazu muss er den Supercomputer Descartes ueberlisten und, wie Theseus den Minotaurus, einen Roboter in einem finsteren und voll boeser UEberraschungen steckenden Labyrinth ueberwinden.
Fazit:
Erfreulich anspruchsvoll liest sich der Roman Kerr’s und hebt sich im Niveau wohltuend von denjenigen seiner amerikanischen Kollegen ab.
Die fein durchdachte Geschichte mit der richtigen Dosis Spannung, faszinierenden Spekulationen in Richtung Nanotechnik und Quantenphysik, interessanten technischen Spielereien und einem ueberraschend genialen Schluss vertreibt die zaehen Passagen zuverlaessig und schnell.
Ein fantastisches Buch, das in keiner guten SF-Sammlung fehlen darf .